Am Rand von allem

Am Ende des Internets ist es still.

Keine Ladebalken mehr, keine flackernden Tabs, keine Stimmen, die durcheinander reden. Nur ein letzter, einsamer Bildschirm, der nicht mehr weiß, wohin er noch verbinden soll. Hier, wo Links ins Leere führen und Suchanfragen unbeantwortet bleiben, beginnt ein Ort, den niemand je wirklich erreichen wollte.

Man sagt, das Internet sei unendlich. Ein Geflecht aus Wissen, Erinnerungen und flüchtigen Gedanken. Doch selbst Unendlichkeit hat Ränder – unsichtbare Grenzen, an denen nichts Neues mehr entsteht. Genau dort stehst du jetzt.

Du scrollst weiter, obwohl nichts mehr kommt. Ein Reflex. Ein leiser Widerstand gegen die Leere.

Vielleicht ist das Ende des Internets kein Ort, sondern ein Moment. Der Moment, in dem du aufhörst zu suchen. In dem du merkst, dass hinter dem nächsten Klick keine Antwort wartet – sondern nur du selbst.

Und plötzlich ist es nicht mehr still.

Denn in dieser Stille hörst du etwas, das im Lärm der Welt verloren ging: deine eigenen Gedanken.

Das Ende des Internets ist kein Abgrund.

Es ist ein Anfang.

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